Das Denken in Kategorien
Es ist riskant, einem Gegner Frieden anzubieten. Vielleicht hat das ja auch von uns
schon der eine oder die andere erleben müssen. Bereit sein zum Frieden ist riskant,
ja gefährlich. Wer garantiert mir denn, dass der Andere es ehrlich meint? Vielleicht
ergeht es mir dann ähnlich wie Mahatma Gandhi, Martin Luther King und den vielen
anderen, die ihre Friedensbereitschaft mit dem Leben bezahlten? Sind Versöhnung
und Frieden ohne Risiko möglich? Wer den Frieden will, der braucht viel Mut. Nein,
ohne ein Risiko geht es nicht. Verweigere ich mich aber, sowohl als Einzelner oder
als Staat, dem Frieden, dann wartet mit Sicherheit der Tod auf uns.
Wissen unsere Politiker, was sie tun? Was mich erschreckt, ist die bedenkenlose
Befürwortung der Neuaufrüstung mit der damit einhergehenden gigantischen
Neuverschuldung, die unsere Volkswirtschaft, noch zusätzlich zu allen anderen
dadurch verursachten Schäden, in den Ruin treiben wird. „Sondervermögen“ wird
diese riesige Neuverschuldung genannt, ein Tarnwort, das viele Menschen täuscht.
„Ja, wenn wir dieses weitere Vermögen haben, dann können wir uns das doch auch
leisten!“ Nein, wir können es uns ganz sicher nicht leisten! Ich bin mir sicher, dass
die derzeitige Politik, die in den meisten Staaten dieser Welt betrieben wird, ganz
andere Ziele verfolgt, als wir sie uns vorstellen können. Die Vehemenz, mit der das
gesamte Programm eines großen Krieges gegen Russland (und vielleicht noch ganz
andere Staaten) vorangetrieben wird, müsste eigentlich jeden Menschen stutzig
machen, der eigenständiges Denken nicht ganz verlernt hat.
Sehr viele Menschen, sowohl in unserem Land, als auch in ganz Europa, setzen ihre
Hoffnung allein auf Abschreckung. Ihrer Meinung nach ist unsere Sicherheit einzig
durch mehr Aufrüstung zu garantieren. Wer so urteilt, verfügt lediglich über die
Informationen unserer Medien. Vergessen wird dabei allerdings, dass die riesige
Hochrüstung vor den beiden großen Weltkriegen des 20. Jahrhunderts diese Kriege,
die zusammen etwa achtzig Millionen an Menschenleben forderten, nicht nur nicht
verhindern konnte, sondern sie vielmehr ermöglicht hat.
Weltweit wurde im Jahr 2025 die irrsinnige Summe von Zweitausendsechshundert
Milliarden US-Dollars nur für Rüstung ausgegeben, eine Summe, die sich niemand
vorstellen kann. In einem Jahr, wohlgemerkt!
Aber wird die Welt dadurch wirklich sicherer? Mich schockiert zutiefst, dass sich so
viele Menschen, verängstigt wie sie sind, sogar deutsche Nuklearwaffen vorstellen
können, und dass viele unserer Politiker und die mit ihnen zusammenarbeitenden
Geschäftsleute auf wirtschaftliche Vorteile durch die Aufrüstung verweisen. Dass
Rüstungsgüter nur produziert werden, um zu töten und zu verstümmeln, wird
dezent verschwiegen. Ich denke, dass uns dieser Weg in den Tod führen wird, da wir
einen weiteren, diesmal nuklearen Weltkrieg, nicht überleben können. Und es stellt
sich mir wieder einmal die Frage, wo nun wirklich die „Guten“ und wo die „Bösen“
zuhause sind.
Was tun, um das Denken in Kategorien zu überwinden? Hilfreich wäre jedenfalls, die
Beweggründe der anderen Seite sehen und einordnen zu können. Ein gutes Beispiel
ist der Krieg zwischen der Ukraine und Russland. Es kann und darf nicht geleugnet
werden, dass Präsident Vladimir Putin durch seinen Einmarsch in die Ukraine eine
rote Linie überschritten und im Widerspruch zum geltenden Völkerrecht gehandelt
hat. Er ist deshalb ein Aggressor. Es ist aber auch nicht abzustreiten, dass USA und
NATO-Staaten, mit einer einzigen Ausnahme, seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs
niemals etwas anderes tun als ihnen missliebige und widerstrebende Staaten zu
überfallen und zu bombardieren, möglichst weit weg vom eigenen Zuhause. So war
es in Korea, in Vietnam, in Afghanistan, im Irak, in Libyen und Syrien, um nur einige
wenige Beispiele zu nennen. Warum wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Warum
wird Putin allein als Verbrecher bezeichnet und nicht auch George W. Bush, Barack
Obama, Benjamin Netanjahu und Donald Trump?
Auch im Nahen Osten sehen wir nichts anderes. Als Antwort auf einen Überfall der
Hamas im Oktober 2023 vernichtete die israelische Armee fast den gesamten Gaza-
Streifen, macht über zwei Millionen Menschen zu Flüchtlingen in ihrer Heimat und
tötet, nach offizieller Zählung, fast siebzigtausend Menschen. In Wirklichkeit sind es
vermutlich fast zweihunderttausend, davon über die Hälfte Kinder. Außerdem sehen
wir, dass Israel im Libanon, in Syrien und im Iran Krieg führt. Die israelische Armee
bombardiert seit Jahren Ziele in Syrien, auch nach dem Sturz des Präsidenten Assad,
und verlangt die Kontrolle über das gesamte Gebiet südlich und westlich von
Damaskus. Um das Ziel zu erreichen, hat Israel fast die gesamten Waffenbestände
Syriens im Bereich der syrischen Mittelmeerküste bei Latakia und Tartous, und zwar
einige Wochen nach der Machtübernahme durch die HTS, durch etwa eintausend
Bombenangriffe zerstört. Syrien ist damit weitestgehend entwaffnet. Das regt bei
uns aber kaum jemanden auf (Syrien ist ja böse), ganz im Gegenteil! Wir finanzieren
dieses Morden mit riesigen, nicht zu rechtfertigenden Waffenlieferungen, zuletzt
von den USA Anfang März des Jahres 2025 mit vier Milliarden US-Dollar. Ihre Absicht
ist, den gesamten Gaza-Streifen gänzlich platt zu machen und so viele Menschen wie
möglich zu töten und zu vertreiben. Denn erst dann kann dieses Gebiet zum neuem
Finanz- und Wellness-Paradies des Nahen Ostens werden. Es begegnet uns hier eine
verstörende Tatsache, die niemand leugnen kann oder darf. Wenn westliche Staaten
wie USA und ihre Verbündeten schwerste und offensichtliche Verletzungen
internationaler Vereinbarungen wie Völkerrecht und Schutz der Zivilbevölkerung
begehen, dann wird darüber geschwiegen. Für all diese Verbrechen wird immer ein
Entschuldigungsgrund gesucht und natürlich auch gefunden, und wenn er noch so
abwegig und an den Haaren herbei gezogen ist.
Warum fragt eigentlich niemand, wodurch und von wem der russische Angriff auf
die Ukraine provoziert wurde? Er soll nicht gerechtfertigt werden, aber kann immer
nur eine Seite schuld sein? Immer nur gut und böse, schwarz und weiß! Soll es denn
immer so bleiben? Wenn wir aus dem Dilemma heraus wollen, müssen wir ehrlich
werden, auch gegenüber uns selber.
Welches Land hat das andere allein im vorigen Jahrhundert zweimal überfallen?
Welche Nation hat der anderen in einem einzigen Krieg siebenundzwanzig Millionen
Menschen getötet? Das war Deutschland! Wir haben Russland zweimal angegriffen,
sogar trotz eines Nichtangriffspaktes! Und dieses Russland hat seine Zustimmung zur
Vereinigung der beiden Teile Deutschlands gegeben, im Vertrauen auf eine
friedliche gemeinsame Zukunft. Was ist daraus geworden? „Wir müssen Russland
ruinieren!“. Es war Annalena Baerbock, die das forderte und sogar behauptete, wir
wären mit Russland im Krieg. Wer ist hier „gut“, und wer ist „böse“?
Was ist mit den Tausenden von Alawiten, die Anfang März vom neuen Regime in
Syrien umgebracht wurden? Das wird lieber verschwiegen, schließlich soll ja die
beginnende gute Beziehung zum Terrorregime des Ahmad al-Sharaa nicht gefährdet
werden? Dass Al-Sharaanoch vor Kurzem einer der meistgesuchten Terroristen war,
wird vertuscht. Warum sagt niemand, dass es sich um einen Mörder handelt, der
sich gut präsentiert, um Anerkennung und Unterstützung zu erhalten, jetzt aber
immer mehr sein wahres Gesicht zeigt.
Und Israels Krieg im Nahen Osten? Gleich zu Beginn, noch im Oktober 2023, wies
der Generalsekretär der UNO, António Gutérres, darauf hin, dass der Angriff der
Hamas, der dem Krieg gegen Gaza den Vorwand lieferte, nicht aus dem Nichts kam,
sondern eine Vorgeschichte hatte, nämlich das unermessliche Leid, das dem Volk
der Palästinenser seit vielen Jahrzehnten durch Israel zugefügt wurde und wird. Das
aber darf nicht laut gesagt werden, auch António Guterres wurde darauf sofort als
Antisemit bezeichnet und mit Einreiseverbot bedacht. Ich weiß nicht, welches Land
im Lauf seiner Geschichte so viele und so eklatante Verletzungen des Völkerrechts
begangen hat wie gerade Israel.
Habe ich das jetzt noch schreiben dürfen, ohne in den Verdacht des Antisemitismus
zu geraten? Es ist mir mittlerweile egal, denn viel zu viele Menschen reden, wo sie
schweigen müssten; dafür aber schweigen sie, wo sie reden müssten.
Georg Spindler
Geopolitische Interessen
Wenn ich behaupte, dass hinter der derzeitigen Kriegs- und Aufrüstungspolitik von
USA und EU gewaltige geopolitische und wirtschaftliche Interessen stecken, was ja
offensichtlich ist, dann bin ich ein „Verschwörungstheoretiker“ und falle sofort in
Ungnade. Dann habe ich ein Tabu-Thema angesprochen, das tunlichst vermieden
werden muss. „Nein, wir sind doch alle so anständig, die USA und die NATO, stets
bereit, überall auf der Welt uneigennützig zu helfen, wo Freiheit und Frieden in
Gefahr sind!“ Worum es wirklich geht, spricht meines Wissens eigentlich nur einer
ganz klar aus, ob nun aus Ehrlichkeit oder aus Dummheit, das sei dahingestellt, und
das ist Donald Trump. Er sagt ganz klar, was er in Gaza, in Grönland, in Kolumbien, in
Kanada, im Iran und anderswo vor hat, und vielleicht fällt sein begehrliches Auge ja
auch einmal auf Deutschland. Aber im Grunde genommen hat er uns ja schon. Die
Stationierung von Mittelstreckenraketen in unserem Land ist der Beweis dafür. Im
Fall eines Falles trifft die Katastrophe uns und nicht die USA. Aber auch hier wird
weggeschaut, beschwichtigt und geschwiegen. Trump spricht ganz ungeniert über
die seltenen Erden, die er unbedingt haben und über Regionen, die er ausbeuten
will, und wenn er „Amerika first“ sagt, dann sagt er damit, dass die USA die einzige
wirkliche Weltmacht sein müssen, die die Geschicke der Welt zu bestimmen hat, das
einzige Imperium.
Hinter jedem Krieg stecken gewaltige wirtschaftliche Interessen, und wer das nicht
sehen will, ist blind. Die USA, ein Land, in dem die Rüstungsindustrie der mächtigste
Wirtschaftszweig ist, leben im Grunde vom Krieg. Darum haben sie alle ihre Kriege
rund um den Erdball geführt, darum werden so viele andere Staaten mit Waffen
unterstützt und gegeneinander gehetzt, aber wenn ich das, was absolut klar auf der
Hand liegt, anspreche und anklage, bin ich wieder ein Verschwörungstheoretiker
und Querdenker, der sich nicht in die staatlich verordnete Weltsicht einfügen will.
Staatsräson und Demokratie schließen sich gegenseitig aus, sie sind unvereinbar.
Eine „Staatsräson“, die nicht hinterfragbar ist, kann es nur in Diktaturen geben.
Krieg zur Gewinnung von Rohstoffen
Trump ist unverschämt ehrlich. Er bietet der Ukraine an, Kriegshilfe ins Unendliche
zu garantieren, wenn ihm der Zugriff auf die „seltenen Erden“ zugestanden wird.
Deutlicher geht es nicht mehr. Hier wird das wahre Ziel eines jeden Kriegs ganz klar
sichtbar. Menschen sind nicht interessant, es gibt sowieso zu viele. Da können ruhig
täglich und stündlich tausende von jungen Menschenleben geopfert werden. Dann
machen wir eben neue. Aber die „seltenen Erden“ der Ukraine und Grönlands, die
Ölvorräte in Syrien, die Erdgasvorkommen vor dem Gaza-Streifen und im Persischen
Golf - das sind die Werte, um die gekämpft werden muss. Politiker aller Länder,
öffnet eure Augen und macht da nicht mehr mit! Unsere Zukunft wie auch die aller
kommenden Generationen hängt daran.
Putins Krieg
Ja, Russland ist in die Ukraine eingefallen und seitdem herrscht ein Krieg zwischen
Russland und der Ukraine, der so unsinnig und sinnlos ist wie alle anderen Kriege.
Dennoch denke ich, dass auch dieser Krieg eine lange Vorgeschichte hat, die zwar
verschwiegen wird, aber nicht verschwiegen werden darf. Nur diese Vorgeschichte
ermöglicht uns, die Hintergründe dieses Kriegs zu verstehen. Es ist möglich und es
funktioniert immer wieder, Menschen so lange in die Enge zu treiben, bis sie in die
Luft gehen und buchstäblich um sich schlagen und explodieren. Das selbe gilt auch
für Staaten. Die NATO hat sich seit dem Ende der Sowjetunion sofort schnell und
systematisch immer mehr nach Osten ausgedehnt und wurde zu einer existentiellen
Bedrohung für Russland. Dass hier vorbereitete Pläne dahinter stecken, darf nicht
angesprochen werden. Stattdessen hat klar gesagt zu werden: „Putin ist ein böser
Satan, ein neuer Hitler, der mit seinem Land ruiniert werden muss. Der Westen ist ja
so gut, so edel und hilfsbereit. Er nimmt jedes Opfer auf sich, um Ländern wie der
Ukraine zu helfen, selbstlos und uneigennützig!“ Wer das glaubt, dem kann man im
Grunde jedes Märchen erzählen.
Was musste seit dem Ende des Ostblocks um jeden Preis verhindert werden? Dass
Deutschlands und andere westliche Staaten sich an Russland annähern. Denn damit
käme ja die dominante Stellung der USA in Schräglage. Schauen wir doch hinter die
Kulissen, und es wird uns vieles klarer werden! Lassen wir uns nicht mehr jede Lüge
erzählen, es ist sehr wahrscheinlich, dass wir angelogen werden. Und vergessen wir
nicht, dass auch das „Verschweigen der Wahrheit“ eine Form von Lüge ist.
Georg Spindler
Das Schweigen der Lämmer und Hirten
Als ich zum ersten Mal als Kind von den schrecklichen Verbrechen hörte, die in der Zeit des „Dritten Reichs“ verübt wurden, fragte ich mich, wie so etwas möglich sein konnte und warum die Mehrheit der Menschen in unserem Land so grauenhafte Dinge einfach akzeptiert hat. Später habe ich erfahren, dass es in der Verwandtschaft meiner Mutter in der Zeit der Weimarer Republik einen kommunistischen Abgeordneten sowie einen Münchner Stadtrat gab, der Sozialist war. Beide verschwanden in Umerziehungslagern, die eher Konzentrationslager waren, als das „Dritte Reich“ kam. Sie starben angeblich an Lungenentzündung, und eine Pappschachtel, gefüllt mit Asche, war das Letzte, was ihre Angehörigen von ihnen zu sehen bekamen.
Vielleicht waren es ja diese Erlebnisse, die fast alle anderen unter meinen Verwandten davon abhielten, ihren Mund aufzumachen und zu protestieren. Schließlich ist es nicht jedermanns Sache, als Märtyrer zu sterben. Trotzdem dachte ich als Jugendlicher, dass eine genügend starke Gruppe Oppositioneller es vielleicht geschafft hätte, das Unheil abzuwenden. Die Lämmer schwiegen aber, und ihre Hirten auch.
Wie ist es heute? Was ich derzeit erlebe, erschreckt und beunruhigt mich zutiefst. Kann es wirklich sein, dass die Mehrheit unser Zeitgenossen so unkritisch, leichtgläubig oder apathisch geworden ist, dass sie blindlings alles für wahr halten, was Leitmedien ihnen erzählen, die sich einer Staatsräson verpflichtet fühlen, die nur eine Seite unterstützt, als dass sie an einer objektiven Berichterstattung interessiert wären.
Zu schnell wird uns oft eingeredet, wer der alleinige Schuldige ist bzw. zu sein hat. Die tieferen Ursachen der Konflikts werden dabei meist ausgeblendet bzw. schöngefärbt. Sehr vorsichtig und verhalten wird über schlimmste Menschenrechtsverletzungen und Gräueltaten berichtet, die jegliche Vorstellungskraft übersteigen, denn schließlich gibt es eine Staatsräson, die unbedingt einzuhalten ist.
Was mich am meisten bedrückt, ist das fast vollständige Desinteresse am Leid ganzer Völker. An den Krieg zwischen Russland und Ukraine, der schon über eine Million Tote gefordert hat, scheint scheint man sich gewöhnt zu haben. Wer macht sich Gedanken über die tieferen Ursachen? Die Tötung von Zehntausenden von Kindern, Frauen und Männern in Gaza, von denen die Mehrzahl keine Hamas-Kämpfer waren, erschütterte nur wenige. Wie kann es sein, dass das unbeschreibliche Leid unschuldiger Menschen, die von Ort zu Ort gehetzt werden, denen erst Sicherheit versprochen wurde und die danach bombardiert werden, die Menschen unberührt lässt? Dass ein großer Teil der Bevölkerung dort vom Tod durch Verhungern und Verdursten bedroht ist, wenn sie nicht bombardiert oder erschossen werden? Ich denke an eine Kinderärztin in Gaza, die acht ihrer neun Kinder und ihren Ehemann bei einer Bombardierung verloren hat.
So unermessliches Leid, und es rührt die Herzen nicht an! Was ist mit unseren Herzen geschehen? Sind sie durch die unablässige Berieselung gefühllos geworden? Warum stehen nicht viel mehr Menschen auf und erheben ihre Stimmen gegen Unrecht und Gewalt? Warum stört und alarmiert es so wenige, wenn von uns verlangt wird, wieder „kriegstüchtig“ zu werden? Warum schweigen die meisten Verantwortlichen in den so genannten etablierten Kirchen? Wer von ihnen ist bereit, auf die Straße zu gehen und seinen Protest hinauszurufen?
Haben sie Angst davor, ihre Kirche „an die Wand zu fahren“? Ja, genau so haben im „Dritten Reich“ auch viele gedacht. Wem fühlten sie sich mehr verpflichtet? Der Staatsräson oder ihrem Gewissen?
Als ich anfing, „auf die Straße“ zu gehen, verstanden mich viele Menschen nicht. Auch gute Freunde begannen an mir zu zweifeln. „Denk doch daran, was du da riskierst!“ So oder so ähnlich hörten sich die guten Ratschläge an, die ich zu hören bekam. Ich weiß nicht, ob ich jemals Angst hatte, als ich auf Stadtplätzen meine Friedensreden hielt, als Polizeiautos anhielten und Polizisten um mich herum jedes Wort registrierten. Ich habe sie immer eigens begrüßt und ihnen gedankt, da sie ja über unsere Sicherheit wachen. Oder in Volkshochschulen, Bildungswerken und in kirchlichen Räumen, bei Interviews oder durch Leserbriefe, wo ich über die Situation im Heiligen Land und das Leid der Menschen dort informierte. Es gab hinterher jedesmal Diskussionen und auch heftige Reaktionen, ich erhielt viele Briefe und Mails, und manchmal wurde daraus ein reger und interessanter Austausch. Ich habe mir natürlich auch manches anhören müssen, was nicht sehr höflich klang, von einigen wurde ich in die Ecke der Antisemiten gestellt, und jetzt darf ich erleben, dass bei gar nicht so wenigen meiner heftigsten Kritiker ein echtes Umdenken stattfindet. Zu einem Engagement führt es aber dennoch bei fast niemandem. Keine Zeit? Keine Lust? Desinteresse? Vielleicht auch das Gefühl, sowieso nichts ausrichten zu können? Oder doch die Angst?
Ist die Angst so groß? Aber vor wem denn? Was soll schon passieren? Was wäre das Schlimmste, das ich mir vorstellen könnte? Dass ich ein Mensch werden könnte, der zu feige ist, um Stellung zu beziehen, und dass mich deshalb irgendwann mein Sohn oder meine Enkel fragen könnten: „Warum bist du damals nicht aufgestanden? Warum hast du das alles mit dir machen lassen und dazu geschwiegen? War dir vielleicht auch alles andere wichtiger? Dein Ansehen? Deine Stellung? Dein Leben? Am Ende meiner Reise hätte ich Angst vor der Frage Jesu: „Warum hast du mich nicht in meinen leidenden, gequälten, durch Krieg, Hunger und Durst getöteten Schwestern und Brüdern erkannt?“ Auch unsere „Hirten“ werden das gefragt werden, nicht nur die „Lämmer“!
Es gibt eine Aussage des Propheten Mohammed, die sinngemäß lautet: „Wenn du das Böse siehst, dann versuche es mit deiner Hand zu ändern, und wenn du das nicht kannst, mit deiner Zunge! Wenn du auch das nicht kannst, dann mit deinem Herzen!“
Das ist es, was wirklich jeder tun kann, nämlich sein Herz öffnen, andere informieren und eintreten für das Rechte und Gute, für Gerechtigkeit und Wahrheit, für Frieden und Verständigung, überall dort, wo es notwendig ist. Irgend etwas kann jeder tun.
Georg Spindler
Der „böse Russe“
Wer weiß eigentlich, dass die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg von Deutschland, trotz eines Nichtangriffspakts, angegriffen wurde und im Verlauf dieses bis dahin schrecklichsten Kriegs der Menschheit den Verlust von etwa siebenundzwanzig Millionen Menschenleben zu beklagen hatte, die so gut wie alle von der deutschen Wehrmacht und den sie unterstützenden Armeen umgebracht wurden? Aber trotz dieser unfassbaren Tatsache erlauben wir es uns, weiterhin vom „Russen“ als dem Inbegriff alles Bösen zu reden. Russland hat den Westen nie angegriffen. Wir waren es, die dieses flächenmäßig größte Land der Erde überfallen und mit einem Grauen ohne Ende überzogen, ganze Städte wie Stalingrad ausgelöscht und dem Erdboden gleichgemacht, und ihm unvorstellbaren Schaden zugefügt haben. Und jetzt, wie die Planungen aussehen, haben wir es anscheinend wieder vor. Was ist in uns gefahren? Traurigerweise sind es gerade die Parteien, die das „C“ (das eigentlich für „christlich“ steht), in ihrem Parteinamen tragen, die sich am meisten für die neue Hochrüstung aussprechen.
Wer den Holocaust (Shoah) leugnet, macht sich strafbar und muss mit Konsequenzen rechnen. Warum aber wird niemand angeklagt, der die siebenundzwanzig Millionen russischen Todesopfer leugnet? Warum nur dürfen Russen beleidigt und diffamiert werden, die derart unermesslich unter uns gelitten haben, ohne dass die Täter zur Rechenschaft gezogen würden? Warum gibt es keine „Antirussismusbeauftragten“ und kein Gesetz gegen „Antirussismus“? Ein Viertel des russischen Volkes kam im 2. Weltkrieg durch deutsche Schuld ums Leben, und wir verdrehen die Tatsachen und gebärden uns, als wäre nur von Russland alles Böse zu erwarten. Warum ist es so schwer zu verstehen, dass ganz im Gegenteil Russland allen Grund hat, uns nicht zu trauen? Seit dem Ende des „Kalten Krieges“ haben wir wirklich alles uns Mögliche getan, um Russland zu reizen und zu bedrohen, obwohl damals vom amerikanischen Außenminister Baker versprochen wurde, die Grenze der NATO keinen Zentimeter nach Osten zu verschieben. Aber schon wer das ausspricht, wird in die schlimme Ecke der Russlandfreunde und Putinversteher gestellt. „Der Russe“ hat ja böse zu sein, wir brauchen schließlich ein überzeugendes Feindbild, denn irgendwie müssen unsere irrsinnigen Rüstungsausgaben gerechtfertigt werden. Diffamiert wird sogar, wer wie Daniele Ganser klare und gut begründete Argumente gegen den neuen Rüstungswahn vorlegt. Frau Annalena Baerbock allerdings durfte in jener Zeit, als sie deutsche Außenministerin war, ganz offen in alle Welt hinaus posaunen, dass wir „Russland ruinieren“ müssen. Das ist ein Aufruf zur Zerstörung eines anderen Staates, der nach der Charta der Vereinten Nationen ein Verbrechen darstellt. Frau Ministerin Baerbock hat sich dadurch strafbar gemacht, sie musste sich für diese Ungeheuerlichkeit aber weder entschuldigen noch wurde sie dafür zur Verantwortung gezogen. So ungleich sind die Maßstäbe, die angelegt werden.
Der Angriff Russlands auf die Ukraine im Winter 2022 war völkerrechtswidrig und war darum ein Verbrechen. Aber Russland wurde zuvor jahrelang provoziert und bedroht, nicht erst seit dem Putsch 2014 in der Ukraine. Wer in unserem Land spricht davon, dass die USA und ihre Koalition der Willigen viele unerlaubte und völkerrechtswidrige Kriege geführt haben, z.B. gegen Vietnam, Korea, Irak, Afghanistan, Serbien, Syrien, Libyen und jetzt gegen den Iran, um nur einige wenige zu nennen. Wer zieht denn die Präsidenten Clinton, Bush, Obama, Biden und Trump vor ein Internationales Gericht? Was hat der US-amerikanische Präsident Trump im Verein mit Benjamin Netanjahu im Nahen Osten angerichtet!
Barack Obama, ein Friedensnobelpreisträger, führte in seinen beiden Amtsperioden sieben Kriege, die illegal, völkerrechtswidrig sowie vollkommen sinnlos waren. Aber nur Vladimir Putin ist der „böse Mann“. Mich regt diese doppelte Moral unsäglich auf. Selbst als bereits bewiesen war, dass alle Argumente und Begründungen des zweiten Irak-Kriegs auf unwahren Behauptungen beruhten, als wirklich auch der letzte Zweifel ausgeräumt war, dass der zweite Irak-Krieg ungerechtfertigt, illegal, im Widerspruch zum Völkerrecht und ein riesiges Verbrechen war, wurden die dafür Verantwortlichen nie angeklagt, obwohl sie sogar zugegeben hatten, so wie Tony Blair es tat, dass alle ihre Argumente und Begründungen nur erlogen waren. Die USA haben mehr illegale Kriege zu verantworten als die gesamte übrige Welt, und doch spielen sie sich als der moralische Weltpolizist auf, stets nur bestrebt, für Frieden, Freiheit und Demokratie einzutreten.
Und der zwanzig Jahre dauernde Krieg in Afghanistan mit einer Million Toter? Es ist damit gelungen, Afghanistan auf lange Zeit zu ruinieren. Was ist jetzt besser als es zu Beginn dieses völlig sinnlosen Kriegs war? Und wie wurde dieser Krieg begründet: „Wir müssen Osama bin Laden erwischen und töten, Al-Qaida zerstören und die Menschen dort von Unfreiheit und Unterdrückung befreien! Dann wird die Welt „ein besserer Ort!“ Die Menschen in Afghanistan wurden nicht befreit, sie wurden millionenfach getötet. Wer herrscht jetzt in Afghanistan? Die islamistischen Taliban. Hat es sich ausgezahlt, dass wir angeblich „unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt“ haben? Ja, nämlich für die Taliban. Aber auch die Rüstungskonzerne und deren Aktionäre haben sehr gut daran verdient. Das Geschäft mit dem millionenfachen Tod wirft riesige Gewinne ab, bevor es seine Akteure verschlingt.
Wenn verlangt wird, wir müssten wieder „kriegstüchtig“ werden, dann muss auch die Frage erlaubt sein, ob dieser Aufruf eines deutschen Ministers nicht den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt? Warum sagt er nicht, wir sollten verteidigungsbereit sein? Mich erinnert diese neue Kriegsertüchtigung doch sehr an Joseph Goebbels´ Frage: „Wollt ihr den totalen Krieg?“. Glaubt der Herr Verteidigungsminister im Ernst, mit einer neuen Hochrüstungsspirale könnte der Friede auf Erden erreicht werden? Das Gegenteil ist der Fall. Wenn wir auf diesem Weg weiter marschieren, ist ein atomarer Vernichtungskrieg mehr als wahrscheinlich. Der aber würde definitiv das Ende unserer Zivilisation und das Ende menschlichen Lebens auf Erden bedeuten. Also: „Wollt ihr die totale Zerstörung“? Aber wer muss da kriegstüchtig werden? Die betreffenden Minister und ihre Kinder oder Enkel sicher nicht. Die sind immer in Sicherheit. Keiner von denen begibt sich an die Front oder führt gar die Schlacht an, wie es im Mittelalter üblich war. Nein, man sitzt schön in Sicherheit und schickt andere Menschen in den Tod. In welchen Irrsinn sollen wir hineingezogen werden?
Es sind immer nur die kleinen Leute, die sich abschlachten lassen müssen wie Schafe, damit die großen Tiere ihre Riesengewinne einstreichen können. Israelische Minister wie Bezalel Smotrich nennen den Gaza-Streifen ganz offen eine „Goldgrube“ und ein Immobilienparadies, und schon sind Gespräche im Gang, wer von den Kriegsherren sich was aneignen wird. Hier wird ein erobertes Land bereits verteilt, bevor dessen rechtmäßigen Bewohner alle vertrieben oder umgebracht sind.
Gewaltige Summen in Milliardendimensionen, die sich kein Mensch mehr vorstellen kann, werden in Rüstung investiert. Dieses Geld wird wichtigen Aufgabenbereichen entzogen, für die nichts mehr übrig bleibt: Krankenversorgung, Altersabsicherung, Bildung und vieles andere, das auf der Strecke bleibt. Selbst wenn kein Panzer zum Einsatz käme, kein Schuss abgefeuert würde, keine Bombe abgeworfen und keine Drohne aufsteigen würde, so wäre der Rüstungsirrsinn dennoch tödlich, weil er ein ganzes Land ruiniert. Die Zukunft unserer Kinder wird zerstört, die Umwelt gründlich geschädigt. Nur die Rüstungsindustrie jubelt und dazu alle, die ihr Geld in Aktien von Rheinmetall und ähnlichen Betrieben angelegt haben.
Aber weder Aufrüstung noch Abschreckung können Sicherheit garantieren. Wer das glaubt und darauf vertraut, befindet sich in einem tödlichen Irrtum. Tödlich ist dieser Irrtum deswegen, weil er buchstäblich die ganze Welt an den Rand des Todes bringt. Wozu dienen denn Waffen? Sie werden produziert, um eingesetzt zu werden und um tausendfach, ja millionenfach Tod zu bringen. Genau dafür werden in den angeblich so christlichen Ländern des Abendlands Tausende von Milliarden Euro ausgegeben. Alle materiellen Nöte dieser Erde könnten damit behoben werden. Aber was tun wir?
Deutschland, wohin gehst du?
Georg Spindler
Irre an der Macht?
Der Blick ins aktuelle Weltgeschehen macht Angst. Die derzeitige Weltpolitik scheint immer unberechenbarer zu werden. Papst Leo XIV hatte es auf den Punkt gebracht, als er sagte: „Eine Handvoll irrer Politiker scheint die Welt in den Abgrund zu führen.
Wie kann es möglich sein, dass ein amtierender US-amerikanischer Präsident ganz offen zugibt, sich Grönland, Kanada, Kuba und vielleicht noch andere Länder „holen“ zu wollen, ohne dass die Welt aufschreit? Er selbst sagt ja, so etwas wie ein Pirat zu sein, der sich hole, was immer er haben will. Ein Präsident, der ein amerikanisches Land, nämlich Venezuela, einfach überfällt und den Staatschef samt Gattin entführt? Dieser Präsident ist umgeben von ebenso irren Ministern. In Gebetsgottesdiensten wird Präsident Donald Trump gesegnet und darum gebetet, es mögen doch seine Pläne gelingen, und jede amerikanische Kugel oder Bombe mögen ihr Ziel erreichen.
US-Kriegsminister Pete Hegseth ist ein evangelikaler Protestant, der Schlachtruf der Kreuzfahrer ist auf seinen Arm tätowiert. Er macht keinen Hehl daraus, worum es der aktuellen amerikanischen Politik geht. Eine Theokratie, also ein Gottesstaat, soll errichtet werden. Andersdenkende werden diffamiert und zum Schweigen gebracht. J.D. Vance,Trumps treuer Vasall und voraussichtlicher Nachfolger, lässt ebenfalls keinen Zweifel an der Stoßrichtung der neuen US-Politik. Es scheint keine Skrupel mehr zu geben. Präsident Trump selber lässt sich als Messias abbilden, aus dessen Händen heilendes Licht strahlt. KI macht es möglich.
Nach den frühmorgendlichen Gebetsstunden, motiviert durch Gesang und Predigt, werden neue Angriffsszenarien entwickelt. Staaten sollen in die Luft gejagt oder in die Steinzeit zurück gebombt werden, Politiker anderer Staaten ausgeschaltet und neutralisiert werden. Wie irre ist dieses Szenario!
In Israel sehen wir ein ganz ähnliches Bild. Religiöse Fanatiker, nationalreligiöse und faschistische Staatsmänner, scheinen jegliche Hemmung verloren zu haben. Offen wird zugegeben, dass ein „Großisrael“ verwirklicht werden soll, zu dessen Errichtung allerdings Hunderttausende von Menschen umgebracht und vertrieben werden. Seit Bestehen dieses Staates wird das Völkerrecht gebrochen, werden UN- Resolutionen ignoriert, und die Begründung dafür lautet: „Gott selbst hat uns das Land gegeben!“
Wo bleibt der Protest der meisten anderen Staaten? Liegt es daran, dass auch dort hauptsächlich Irre sitzen?
Wenn uns der deutsche Bundeskanzler sagt, dass für Bildung, Krankenhäuser, für ärztliche Versorgung und eine menschenwürdige, angemessene Altersversorgung kein Geld mehr vorhanden ist, weil unbedingt weiterhin hunderte von Milliarden in Rüstung und Abschreckung investiert werden müssten, was sagt uns das?
Der Kanzler hat eine Antwort für uns. Viel zu faul seien wir geworden, meint er. Wir müssten uns mehr anstrengen. Rüstung habe auf jeden Fall Vorrang, denn in zwei Jahren wird uns „Putin angreifen“ und bis dahin müssen wir unbesiegbar geworden sein. Warum sehen und verstehen so wenige, wie idiotisch diese Begründung ist? Wenn uns Putin angreifen will, warum tut er es nicht jetzt, bevor wir „unbesiegbar“ geworden sind? Und warum investieren wir riesige Summen in einen Krieg, der schon verloren ist, und zerstören unseren Sozialstaat, während Oligarchen riesige Milliardensummen in Ländern verprassen, die wir unterstützen? Wem ist überhaupt klar, dass unsere „selbstlose Hilfe“ nur dazu dient, einen Krieg zu verlängern, den die Rüstungskonzerne wollen, der aber immer mehr Menschen tötet? Wer weiß, dass Friedrich Merz eine führende Rolle beim Finanzgiganten BlackRock spielt, zu dem auch Rüstungskonzerne wie Rheinmetall gehören?
Es scheint, dass die Zahl der Menschen zunimmt, die zumindest einen kleinen Teil des Wahnsinns durchschauen. Aber warum tun sie nichts dagegen? Warum gehen nicht viel mehr Menschen auf die Straße und rufen: „Nein, nicht mit uns!“? Nur aus Bequemlichkeit? Nur aus Angst, als „Querdenker“ diffamiert zu werden? Oder ist ein großer Teil unseres Volkes einfach zu der Erkenntnis gekommen, es sei sowieso alles hoffnungslos und wir, die Wenigen“, viel zu machtlos, um noch etwas aufzuhalten?
Ich glaube, dass Widerstand derzeit so wichtig ist, wie kaum etwas anderes. So war es schon oft in der Geschichte. Denken wir an den Fall der Mauer und das Ende der DDR. Es waren die Menschen, die sich in Kirchen und auf der Straße versammelten, die eine Wende ermöglichten, und es war ein Russe, der sein Denken änderte und dafür grünes Licht gab.
„Wenn viele kleine Menschen an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, dann kann sich alles ändern!“
Georg Spindler
Redebeiträge und Leserbriefe
Franz Lindlacher, 09.05.2026 - anläßliche der Kundgebung zum European Peace Project auf dem Stadtplatz Traunstein:
Liebe Freunde,
ich freue mich sehr, dass so viele gekommen sind obwohl wir doch sehr diskriminiert werden. Entweder die Zeitungen schreiben gar nichts über uns oder wir werden als Putinversteher oder ähnliches bezeichnet. Dabei ist das für mich kein Schimpfwort. Meines Erachtens ist er ein vernünftiger und mutiger Politiker, der einen riesigen Tanker mit Rohöl nach Kuba bringen ließ. Ich bin Mitglied bei der deutsch-kubanischen Freundschaftsgesellschaft und da trifft es mich natürlich, dass es den Kubanern derzeit besonders nass reingeht. Trump hat nämlich jedem Staat untersagt, Kuba mit Öl zu beliefern. Und Öl ist die Grundlage nicht nur für Strom und Transport sondern für alles was noch dranhängt, also z. B. Müllabfuhr, Arbeit in der Landwirtschaft, Transport zum Arbeitsplatz oder Operationen im Krankenhaus… In dieser Situation haben viele Staaten Hilfe geleistet, Mexiko, Brasilien oder auch China liefern Solarpaneele zur Energieerzeugung und auch Reis. Aber nur Russland hat mit seinem Öltanker die Blockade der USA durchbrochen. Wahrscheinlich hat Putin vorher mit dem Trump telefoniert und mit ihm ein paar deutliche Worte gesprochen. Und deshalb ist es für mich keine Beleidigung als Putinversteher bezeichnet zu werden sondern eher ein Kompliment.
Wir bezahlen und sie führen Krieg gegen Iran aber auch in der Ukraine, Israel im Westjordanland und Libanon. Die deutsche Regierung tut nichts gegen den Krieg, ja, in dem sie die US-Armee in Rammstein walten lässt, ermöglicht sie ihn erst. Von dort werden die Drohneneinsätze und die Logistik gesteuert. Mit deutscher Unterstützung haben die USA und Israel bereits den Völkermord in Palästina durchgeführt, Israel besetzt Teile des Libanons und Syriens und die USA wollen Kuba und Venezuela in die Knie zwingen. Unser Rüstungsetat soll sich im nächsten Jahr auf weit über 200 Milliarden € verdoppeln, das ist dann die Hälfte des Bundeshaushalts.
Sie wollen jetzt nicht nur unser Geld, - sie wollen auch unsere Jugend.
Seit diesem Jahr gilt wieder die Wehrpflicht. Freiwillig aber nur so lange sich auch genügend Kanonenfutter auch freiwillig meldet. Unser Land soll kriegstüchtig werden, dafür brauchen sie unsere Söhne und Töchter, unsere Enkelinnen und Enkel. Gut dass sich so viele dagegen wehren. Gestern war der Schulstreik gegen die Wehrpflicht – bereits zum 3. Mal. Ich meine wir müssen die Jugend da unterstützen wo wir können.
Her mit den Milliarden für die Infrastruktur für die Krankenversicherung und die Rente.
Keine Wehrpflicht – keine US-Raketen in unserem Land.
